Grundsätze zum Logo-Design -
ist Ihr Logo zeitlos und zeitgemäß?

Ein Beitrag von Dipl.-Designer B. Beinlich
[ www.berobeinlich.de ]

  Ein Logo ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je: es transportiert bereits den »ersten Eindruck«, noch lange bevor wir angefangen haben, uns mit den darum herum befindlichen Texten auseinanderzusetzen.
Viele Unternehmer unterschätzen heutzutage leider die Bedeutung eines anspruchsvollen und gut durchdachten Logos und beauftragen schlimmstenfalls Dilettanten oder Amateure mit dieser wichtigen Aufgabe. In Einzelfällen kann dies auch zu befriedigenden Ergebnissen führen, doch leider bleibt dies eher die Ausnahme als daß es die Regel darstellt.
Folgende Punkte sollten Sie bei der Neuerstellung bzw. Überarbeitung eines Logos beachten:
   
1. Läßt sich das Logo in allen Medien reproduzieren? (Druck (einfarbig/mehrfarbig), Fax/Kopie (einfarbig), im Internet, als Stempel)
  Ich persönlich neige zur Gestaltung von ein- bis zweifarbigen Logos, da ansonsten eine weitestgehend ähnliche Repdroduktion in vielen Medien schwer bis unmöglich wird. Und da die Aufgabe eines Logos ja vor allem darin besteht, medienübergreifend eine Art »roten Faden« für die Erkennbarkeit Ihres Unternehmens darzustellen, sollte eine vielfältige Reproduzierbarkeit unbedingt gewährleistet sein, es sei denn, Sie beschränken sich auf einen einzigen Vertriebskanal wie das Internet (z.B. bei einem reinen Internet-Versandshop). Aber selbst dann sollten Sie davon ausgehen, daß (ggf. einfarbige) Werbung in Printmedien irgendwann mal stattfinden könnte bzw. daß Ihr Logo auch auf Ihren Geschäftspapieren »funktionieren« muß; selbst wenn diese mal kopiert werden und dann ggf. auch nur noch einfarbig sind.
   
2. Ist das Logo in allen Größen gut lesbar und ästhetisch? (vom Miniatur-Stempel bis hin zum Großformat-Druck)
  Ein gutes Logo sieht einerseits innerhalb von einem Quadratzentimeter gut aus, aber auch als Großformatplakat mit riesigen Ausmaßen von mehreren Metern. Somit decken Sie für den Logo-Einsatz alle Eventualitäten ab; vom Briefkuvert bis zur Messe-Leinwand.
   
3. Paßt das Logo zur »Corporate Identity« Ihres Unternehmens bzw. spricht es Ihre Zielgruppe an?
  Natürlich sollte gerade das Logo sämtliche Grundsätze in sich vereinigen, die Ihr Unternehmen nach außen hin repräsentieren möchte. Das geht von der Farbgebung über die Typografie bis hin zu Fragen der Dynamik oder Statik. Sollte es schon eine Hausfarbe des Unternehmens geben (z.B. in einem professionell gestalteten Briefkopf), so sollte diese sich logischerweise auch in der Gestaltung des Logos wiederfinden.
   
4. Setzt sich das Logo deutlich von den Mitbewerbern ab? (Verwechselungsgefahr für Verbraucher!)
  Bevor Sie sich für ein bestimmtes neues Logo entscheiden bzw. für eine Logoüberarbeitung, sollte unbedingt eine Zeit lang recherchiert werden, ob ein Mitbewerber nicht ein ähnliches Logo besitzt. Abgesehen von rechtlichen Problemen, die auf Sie zukommen könnten, ist eine Verwechselungsgefahr für den Verbraucher gegeben, was im Zeitalter der zunehmenden Spezialisierung und Individualisierung nicht gerade von Vorteil ist.
   
5. Ist das Logo »zeitlos« oder unterliegt es nur modischen Trends?
  Ein Logo ist im Idealfall zeitlos. Sie sollten verstärkt darauf achten, daß Ihr Logo-Entwickler bei der Gestaltung eines Logos nicht einem modischen Trend nacheifert, der unter Umständen nur wenige Monate andauert. Allerdings sollten die meisten professionellen und seriösen Logo-Designer in der Lage sein, ein Logo zu erstellen, welches durchaus etliche Jahre bis Jahrzehnte durchaus zeitgenössisch ist.
   
6. Verletzt das Logo evtl. bereits bestehende Urheberrechte? (läßt sich nur bedingt recherchieren)
  Rechtliche Sicherheit erlangt man erst mit der Registrierung beim deutschen Patent- und Markenamt; eine nationale Anmeldung von Logos, Wort- und Bildmarken können Sie unter www.dpma.de vornehmen.
 

 

 

© Bero Beinlich, 2006